Hauptschul-Sterben: CDU widerspricht sich selbst

 

Entgegen bisheriger Beteuerungen bereitet die CDU offensichtlich den Schwenk zur schrittweisen Abschaffung der Hauptschulen vor. „Aus Sicht der CDU gilt einmal mehr: Nach der Wahl ist nicht vor der Wahl“, sagte die schulpolitische Sprecherin Frauke Heiligenstadt.
Hintergrund ist ein Leitantrag zum CDU-Parteitag, der die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen vorsieht.

„Die CDU hat uns bis vor kurzem unberechtigt dafür beschimpft, dass wir schon lange auf das drohende Aus von Hauptschulen hingewiesen haben. Die jetzige Kehrtwende der Christdemokraten fällt äußerst ungelenk aus.“

Unter anderem hatte der schulpolitische Sprecher der CDU-Fraktion Klare gebetsmühlenartig Sätze wiederholt wie „Die Hauptschulen haben ihren festen Platz im gegliederten Schulsystem“. Heiligenstadt erinnerte daran, dass bereits vor zwei Wochen ein Staatssekretär des Kultusministeriums den Hauptschulen in Niedersachsen das baldige Aus vorhergesagt hatte. „Schwindende Schülerzahlen an den Hauptschulen passen nicht ins Weltbild der CDU, weil dadurch das dreigliedrige Schulsystem in Frage gestellt ist“, so Heiligenstadt. „Mittlerweile bremsen die Fakten den Realitätsverlust der CDU-Schulpolitiker.“