Frauke Heiligenstadt (SPD) fragt nach: Ehrenamt im Naturschutz - wie sieht die Kooperation mit der Landesumweltverwaltung aus?

 

Anlässlich des Besuches mit der Landtagsabgeordneten Sigrid Rakow bei der Fledermausausstellung im Heimatmuseum der Stadt Northeim, hat Frauke Heiligenstadt eine „Kleine Anfrage“ an die Landesregierung gestellt.

Das Sondergutachten des Sachverständigenrates für Umweltfragen zur Verwaltungsreform (2007) hat deutlich gemacht, dass der Personalbestand der niedersächsischen Umweltverwaltung im Vergleich zur gesamten Niedersächsischen Verwaltung, überproportional abgebaut wurde. „Hiervon ist im Geschäftsbereich des niedersächsischen Umweltministeriums wiederum der Naturschutzbereich besonders betroffen. Des Weiteren wirkte sich sehr negativ aus, dass durch die Überführung des Niedersächsischen Landesamtes für Ökologie in den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit insgesamt elf Betriebstätten, die gebündelten Kompetenzen im Naturschutzbereich flächendeckend über das Land zerstreut wurden.
Die ehrenamtlich aktiven Umweltverbände in Niedersachsen tragen immer stärker zur fachlichen Begleitung der Auswirkungen dieser Umstrukturierungen bei. So müssen sie sogar nicht mehr zu bewältigende Aufgaben von der Verwaltung übernehmen. Durch die gleichzeitig erfolgte Abschaffung der institutionellen Verbändeförderung in Niedersachsen wurden die Rahmenbedingungen für den ehrenamtlichen Sektor zusätzlich stark geschwächt“, so die Landtagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt.

Daher will die Landtagsabgeordnete wissen, wie die Landesregierung das Sondergutachten einschätzt und wie sich die Umstrukturierung der fachlichen Arbeit in der Landesumweltverwaltung konkret ausgewirkt hat. Weiterhin soll die Landesregierung darstellen, wie sich die Zuarbeit/Mitarbeit der ehrenamtlich aktiven Naturschützer zur kontinuierlichen Datenerhebung in den Artenerfassungen des Landes seit 2003 entwickelt hat. Des Weiteren muss die Landesregierung aufzeigen, wie sich grundsätzlich die Kooperation zwischen ehrenamtlichen und behördlichen Naturschutz seit 2003 entwickelt hat und mit welchen Instrumenten/Einrichtungen die Zusammenarbeit gepflegt wird.

„Es ist schon erschreckend, mit welcher Kaltschnäuzigkeit Umweltminister Sander in seinem Verantwortungsbereich einspart und wir nun mit Rückschritten in das vergangene Jahrhundert auf die Probleme von heute reagieren. Außerdem kann es doch nicht sein, dass gerade das Ehrenamt in solch einem sensiblen Bereich von der Landesregierung mit Füssen getreten wird“, so Frauke Heiligenstadt abschließend.
In dem Gespräch mit dem Regionalbetreuer für Fledermausschutz im Landkreis Northeim, Herrn Thomas Steinbüchel, wurde sehr deutlich, dass ehrenamtliches Engagement gute Rahmenbedingungen und Unterstützung braucht.