Heiligenstadt: Geplanter Kooperationserlass löst keine Probleme

 

Die von Teilen der Landesregierung offenbar favorisierte stärkere Kooperation von Haupt- und Realschulen in den Klassenstufen 5 bis 8 greift nach Ansicht der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag zu kurz. „Damit wird das Problem des Ausblutens der Hauptschulen aufgrund mangelnder Akzeptanz bei den Eltern nicht gelöst. Eine solche Kooperation hilft weder Schülern, Lehrern, Eltern noch den Schulträgern“, sagte Frauke Heiligenstadt, schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, am Mittwoch in Hannover. Jeder Versuch der Wiederbelebung der Hauptschulen sei in den letzten sechs Jahren fehlgeschlagen. Dieser geplante Erlass reihe sich nahtlos ein.

„Eltern möchten für ihre Kinder eine Schule, die den besten Schulabschluss so lange wie möglich offenhält. Eine stärkere Kooperation von Schulformen ohne Option auf das Abitur widerspricht diesem Elternwunsch“, stellte Heiligenstadt fest. Die SPD-Fraktion vertrete bereits seit Jahren das Konzept eines regional angepassten, stabilen und leistungsfähigen Schulsystems, das ein gemeinsames Lernen aller Kinder in den Klassenstufen 5 bis 10 ermögliche. „Dazu ist es notwendig, das Schulgesetz zu ändern und die ideologisch bedingten Hürden gegen neue Gesamtschulen abzubauen“, sagte Heiligenstadt.

„Die Art und Weise, wie der geplante Erlass aus Regierungskreisen in die Öffentlichkeit gespielt worden ist, macht zudem den zunehmenden Autoritätsverlust von Kultusministerin Heister-Neumann im eigenen Lager deutlich“, so die SPD-Schulexpertin.