Heiligenstadt: Niedersachsen braucht Schub in der frühkindlichen Bildung

 

Der am heutigen Mittwoch veröffentliche Länderreport „Frühkindliche Bildungssysteme 2009“ der Bertelsmann Stiftung attestiert nach Ansicht der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag der frühkindlichen Bildung in Niedersachsen erneut ein „ungenügend“.
„Bei den unter Dreijährigen ist die Teilhabequote mit 9,2 Prozent im Bundesvergleich am niedrigsten, wie auch die der Drei- bis unter Sechsjährigen, die mit 86,5 Prozent vergleichsweise niedrig bleibt“, zitierte die schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Frauke Heiligenstadt, am Mittwoch in Hannover aus dem Bericht. Auch bei den unter Dreijährigen mit Migrationshintergrund sei die Teilhabequote mit fünf Prozent in Niedersachsen im Vergleich zu den westlichen Bundesländern am niedrigsten.

„Niedersachsen braucht jetzt endlich ein Gesamtkonzept, um in der frühkindlichen Bildung nicht weiter Schlusslicht zu sein. Dieses mahnt auch der neue Länderreport an“, sagte Heiligenstadt. Dort sei zu lesen: „Für das System der FBBE fehlt in NI ein landespolitisches Programm, das die einzelnen Aktivitäten der Landesebene in einen Gesamtrahmen verankert.“ (Seite 96).
„Allen ist bekannt, dass Investitionen in die frühkindliche Bildung Investitionen in die Zukunft sind. Aber auch hier hat Niedersachsen die rote Laterne. Niedersachsen zeigt den niedrigsten Ausgabenwert von 1089 Euro pro unter zehnjährigem Kind“, zeigte sich die SPD-Politikerin alarmiert. Andere Bundesländer machten weitaus größere Anstrengungen. So investierten Bayern 1228 Euro, Baden Württemberg 1309 Euro, Hessen 1572 Euro oder Nordrhein-Westfalen 1420 Euro pro Kind unter zehn Jahren.

„Kultusministerin Heister-Neumann soll endlich aufhören Ihre Aktivitäten in der frühkindliche Bildung schön zu reden. Jetzt müssen Taten folgen und zwar schnell“, forderte Heiligenstadt. Ministerpräsident Christian Wulff mische sich doch sonst so tatkräftig in das Ressort seiner Kultusministerin ein. „Warum hier nicht, Herr Wulff?“