„Mögen Sie noch Ihren Job?“

Gutenberg-realschule
 

Politikerin im Kreuzverhör der Schüler

Landtagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt zu Besuch im Politik-Unterricht
an der Gutenberg-Realschule

Einen nicht alltäglichen Gast hatten in der vergangenen Woche Schüler der Northeimer Gutenberg-Realschule und machten dabei die Erfahrung, dass Politik keineswegs trocken und langweilig sein muss. Eine Stunde lang stellte sich die Landtagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt im Politikunter-richt der Klasse 8a den Fragen der Schülerinnen und Schülern. Und die wollten so einiges von der Politikerin wissen: Wie der Alltag einer Landtagsabgeordneten aussehe, was ihr an ihrem Beruf gefalle, warum sie in die Politik gegangen sei und welche Voraussetzungen man als Politiker mit-bringen müsse. Engagiert und lebendig ging Heiligenstadt auf die Fragen der Schüler ein, die auch wissen wollten, ob sie denn noch diesen stressigen Job lieben würde und ob sie schon bereut habe, Landtagsabgeordnete geworden zu sein. Aber auch aktuelle politische Fragen von der Griechen-landkrise über den Afghanistan-Einsatz bis hin zu Hundesteuer und Besteuerung von Benzin disku-tierten die Realschüler mit ihrer Abgeordneten. Kaum ein kontroverses Thema blieb dabei ausge-spart: Was in der gegenwärtigen Finanzkrise getan werden müsse, ob Angela Merkel eine gute Ar-beit mache und wo der Staat sparen müsse. Bei der letzten Frage zögerte die SPD-Politikerin, um nach einem kurzen Moment zu sagen, wo ihrer Meinung nach nicht gespart werden dürfe: bei der Bildung. Der Staat habe gleiche Bildungschancen für alle Bürger sicherzustellen, erklärte Heilig-enstadt und stieß damit bei ihren Zuhörern auf breite Zustimmung.

Die Landtagsabgeordnete zeigte sich am Ende beeindruckt nicht nur von dem Interesse der Schüler, die eine ganze Schulstunde lang konzentriert zugehört hatten, sondern auch von der Fülle und dem Niveau ganz unterschiedlicher Fragen zum politischen Geschehen. Auch Politiklehrer Daniel Fiebig zog ein positives Fazit: „Ich fand es sehr gelungen, wie hier die Schülerinnen und Schüler einen umfassenden Einblick in die Arbeit einer Landtagsabgeordnete bekommen haben.“ Hier könnte es im nächsten Schuljahr für einige durchaus eine Fortsetzung geben. Denn Heiligenstadt lud ein, wer Interesse habe, könne sie eine Woche lang von morgens bis abends bei ihrer Arbeit begleiten. Bis zu drei Schüler könne sie mitnehmen. Natürlich während der Schulzeit, denn dieses Bildungsangebot ist mit dem Kultusministerium abgestimmt.