Niedersachsens Jugendliche haben schlechte Bildungschancen

 

Schwarz-gelbe Landesregierung produziert Bildungsungerechtigkeit

Die neuesten Ergebnisse des bundesweiten Bildungsvergleiches machen deutlich: In Niedersachsen hinkt die Bildungspolitik immer noch hinterher. Die Studie wurde erstmals auf Basis der neuen bundesweiten Bildungsstandards durchgeführt und löst den bisherigen PISA-Bundesländer-Vergleich ab.

Danach liegen niedersächsische Schülerinnen und Schüler selbst 10 Jahre nach den ersten PISA-Ergebnissen in vielen Kompetenzfeldern immer noch unterhalb der bundesrepublikanischen Durchschnittswerte.

Frauke Heiligenstadt, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion stellt dazu fest: „Das liegt nicht an den Schülerinnen und Schülern, oder den Lehrkräften, sondern daran, dass an den niedersächsischen Schulen die Auswirkungen der gescheiterten Bildungspolitik der schwarz-gelben Landesregierung zu spüren sind. Zu große Klassen, drastischer Fachlehrermangel, hoher Unterrichtsausfall und die ständige Verunsicherung der Lehrerinnen und Lehrer tragen ein gut Teil der Schuld daran. Es gab noch nie so viel Druck in der Schule, wie zurzeit.

Dabei seien die einzelnen Rankings innerhalb der Kompetenzpunkte schon schlimm genug. Viel problematischer sei aber, dass der Vergleich erneut die extrem hohe Abhängigkeit von sozialer Herkunft und Bildungserfolg belege. So habe nach der Studie in Deutschland ein Kind aus der Oberschicht im Durchschnitt gegenüber einem Schüler aus einer Facharbeiterfamilie auch bei gleicher Intelligenz und Lernvermögen eine 4,5-mal größere Chance, ein Gymnasium zu besuchen. Besonders ausgeprägt sei dieses soziale Gefälle in Baden-Württemberg und Bayern, wo die Chancen von Akademikerkindern gegenüber Facharbeiterkindern 6,6- beziehungsweise 6,5-mal so hoch sind. Auch Niedersachsen liegt weit über dem Durchschnitt und liegt kurz hinter der „Spitzengruppe“. Bei uns ist die Chance von Akademikerkindern auf einen Gymnasialbesuch immer noch 5,8-mal höher als bei einem Kind aus einer Facharbeiterfamilie.

Dazu Frauke Heiligenstadt: „Diese Bildungsungerechtigkeit dürfen wir nicht länger hinnehmen. Unsere Kinder und unser Land haben eine andere Schulpolitik verdient.“