Ministerpräsident zeigt seine bildungspolitische Ahnungslosigkeit

 

Anlässlich der Medienberichterstattung zur Forderung des Ministerpräsidenten David McAllister ein Zentralabitur einführen, erklärte Frauke Heiligenstadt, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und schulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion:

„Aus den Äußerungen des Ministerpräsidenten spricht Ahnungslosigkeit. Immer mal wieder fordert einer der CDU-Ministerpräsidenten die Einführung eines bundesweiten Zentralabiturs – aus purer Hilfslosigkeit und Planlosigkeit. Diesmal ist es nun der niedersächsische Ministerpräsident. Keiner präzisiert diese Forderung oder macht Vorschläge zur Umsetzung. Auch der Hinweis von McAllister, dass es länderübergreifende Vereinbarungen über gemeinsame Ziele geben müsse, belegt seine Ahnungslosigkeit. Denn: Für über 40 Abiturprüfungsfächer aus dem allgemeinbildenden und beruflichen Bereich hat die Kultusministerkonferenz „Einheitliche Prüfungsanforderungen in der Abitürprüfung“ (EPA) erarbeitet. Diese werden kontinuierlich weiterentwickelt.

Besonders abenteuerlich ist aber die Aussage des Ministerpräsidenten, dass es zu viele Schulformen gäbe. Dabei hat die CDU/FDP Landesregierung gegen den Protest von Lehrkräften, Verbänden, Eltern, Schülern und Schülerinnen gerade selbst eine neue Schulform in zwei Varianten eingeführt. Das ist die Oberschule ohne gymnasialem Angebot und das ist die Oberschule mit gymnasialem Angebot. Und im gleichen Interview fordert dem Ministerpräsident dann auch noch die Einführung einer weiteren neuen Schulform, die „Elementarschule“.

Ministerpräsident McAllister zeigt erneut, wie widersprüchlich diese Landesregierung arbeitet. Zudem fährt er seinem Kultusminister und amtierenden KMK-Präsidenten in die Parade, während dieser heute seine Glaubwürdigkeit in Potsdam zu retten versucht.“