Wortbruch: Gesamtschulen müssen Lehrerstellen abtreten

 

Die von der Landesregierung geplante Absenkung der Klassenfrequenzen an Gymnasien wird in erheblichem Maße durch Stellenstreichungen in Gesamtschulen ausgeglichen. Das befürchtet die stellvertretende Vorsitzende und schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Frauke Heiligenstadt.

„Nach uns vorliegenden Informationen hat die Landesschulbehörde am Mittwoch dieser Woche die Schulleitungen von Integrierten und Kooperativen Gesamtschulen angewiesen, freie Stellen, die nicht in der ersten Runde des laufenden Stellenbesetzungsverfahrens vergeben werden konnten, abzutreten. Das heißt im Klartext, damit die Herren McAllister und Althusmann ihre Ankündigung umsetzen können, werden Gesamtschulen in Niedersachsen personell geschwächt“, sagte Heiligenstadt am Donnerstag in Hannover. Die von McAllister und Althusmann genannte Begründung, man könne die Klassenobergrenzen an Gymnasien absenken, weil zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer auf die Einlösung ihres Arbeitszeitkontos verzichtet hätten, sei „höchstens die halbe Wahrheit“.

Durch den „Stellenklau“ sei die Planungssicherheit der betroffenen Schulen massiv beeinträchtigt. „Die Vorgehensweise der Landesregierung ist zudem ein Wortbruch gegenüber den Gesamtschulen, da die Landesschulbehörde ihnen zuvor mitgeteilt hatte, sie könnten definitiv mit den Stellen rechnen“, so die SPD-Schulexpertin.

Nach Informationen der SPD-Fraktion sei die Landesschulbehörde von der Ankündigung des Ministerpräsidenten und des Ministers am Dienstag völlig überrascht worden. Heiligenstadt: „Das alles zeigt, McAllister und Althusmann haben aus der Notlage heraus, unbedingt positive Botschaften verkünden zu müssen, am Dienstag aus der Hüfte geschossen. Die gesamte Administration, die betroffenen Schulen und die ihre Lehrkräfte, aber auch die Stellenbewerberinnen und -bewerber, die auf eine Stelle an den Gesamtschulen gehofft hatten, sind die Leidtragenden.“