Modellprojekt mit heißer Nadel gestrickt

 

Zum Modellvorhaben „Kita und Grundschule unter einem Dach“, das am (heutigen) Montag in Hannover von Ministerpräsident McAllister und Kultusminister Althusmann vorgestellt worden ist, bemerkt die stellvertretende Vorsitzende und schulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Frauke Heiligenstadt:

„Grundsätzlich sind alle Maßnahmen zu begrüßen, die den Übergang von der Kita in die Grundschule verbessern. Bei Modellprojekten dieser Landesregierung ist inzwischen aber zunehmend Skepsis angesagt. Auch das heute vorgestellte neue Vorhaben erweckt den Anschein, als sei das vorrangige Ziel der plakative Effekt.

Mit Modellprojekten im Kultusbereich haben die Träger zuletzt keine guten Erfahrungen gemacht. Sie wurden ausgeschrieben, durchgeführt und blieben danach folgenlos. So ist es schon einmal beim Modellprojekt ,Brückenjahr‘ geschehen, so geschieht es derzeit beim Modellprojekt ,Inklusion in der Krippe‘.

Bei dem heute vorgestellten Modellvorhaben kann man zudem die Frage stellen, ob es angesichts von 4000 Kindertagesstätten und 1800 Grundschulen im Land richtig ist, lediglich acht Projektorte zu benennen. Da fehlt es an der richtigen Dimension, um die nötige Repräsentativität herzustellen. Und besonders nachdenklich macht die Tatsache, dass das Kultusministerium für die wissenschaftliche Begleitung des Modellprojekts bis heute noch keine Universität oder wissenschaftliche Institution gefunden hat. Das unterstreicht: Dieses Modellprojekt ist mit der heißen Nadel gestrickt.“