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Praktikum1 Foto: Wahlkreisbüro Frauke Heiligenstadt MdL

Praktikum im Landtag

Bericht über ein Praktikum im Landtag, mit Sitzungen und Alltag eines Abgeordneten.

Liebe Leserinnen und Leser,

zunächst einmal möchte ich mich Ihnen vorstellen. Mein Name ist Lennert Hengst und ich bin 18 Jahre alt. Ich nutze die Zeit nach dem Abitur zur Zeit für ein 4-Wöchiges Praktikum bei Frauke. Dabei begleite ich sie zu ihren Terminen und lerne so die politische Arbeit in all ihren Facetten kennen.

Der erste Tag war der 2. September, an dem ich zu Beginn mehr oder weniger ins kalte Wasser geworfen wurde. Zwar versuchte Frauke mir auf dem Weg nach Hannover noch etwas zu erklären, der eigentliche Sitzungsinhalt überforderte mich dann allerdings doch; ich war verloren in einem Dschungel von Abkürzungen und Fachbegriffen und saß mittendrin. Am zweiten Tag war das Ganze dann schon ein wenig anders, ich fand mich langsam in dem Dschungel zurecht und lernte, bei einer persönlichen Führung, den Landtag als Wirkungsstätte kennen. Dann folgte eine Art Schnitt, am Freitag stand nämlich Wahlkampf in Uslar auf dem Programm. An diesem verregneten Tag unterstützten wir am Wahlkampfstand die Bürgermeisterwahl, was natürlich leichter zugänglich war, als die vorangegangenen Sitzungen im Parlament. Damit war die erste Woche geschafft: Wochenende.

Am darauffolgenden Montag (07.09.) ging es weiter, allerdings ein wenig anders, als die letzte Woche endete. Zwar standen zwei Sitzungen auf dem Programm, diese waren allerdings parteiintern und damit ein wenig anders, zugänglicher und auch ein wenig entspannter, wie es mir vorkam. Am Abend durfte ich dann noch freiwillig bei einer Vorstandssitzung des Unterbezirksvorstandes dabei sein, um die Arbeit kennenzulernen. Am Dienstag stand, wer hätte es geahnt, eine Sitzung auf dem Programm. Dieses Mal tagte die gesamte SPD-Fraktion des Landtages. Das bzw. die Highlights waren die Minister, denen man so sehr nah sein konnte, natürlich mit gebotenem Abstand. Am Abend war es wieder Lokalpolitik, die anstand. Eine Sitzung des Unterbezirkbeirates, wo Nominierungen vorgenommen wurden. Am Nachmittag des nächsten Tages stand die Pressekonferenz zu dem Beirat an, wo ich Eindrücke gewinnen konnte, wie ein Prozess von Nominierung bis Verkündung so abläuft. Vorher waren natürlich auch Sitzungen, diese unterscheiden sich allerdings nur inhaltlich, ebenso wie Donnerstag morgen, bevor es zur Eröffnung der Landesgartenschau nach Bad Gandersheim ging.

Die erste Woche war im Gesamten zwar ein wenig anstrengend und zunächst stand ich ein wenig verloren im Dschungel, dieser lichtet sich aber nun ein wenig. Dazu sei gesagt, dass mir alle Fragen stets beantwortet werden, ich freue mich auf Woche zwei.


IMG6711 Foto: Wahlkreisbüro Frauke Heiligenstadt MdL

Liebe Leserinnen und Leser,

auf die erste Woche eines vierwöchigen Praktikums folgt definitiv eine zweite und um die soll es nun gehen.

Diese Woche (14.09.-18.09.) stand im Zeichen der Plenarsitzung im Landtag, die von Montag bis Mittwoch dauerte. Ich selbst durfte mich auf der Besuchertribüne einfinden und dem ganzen Geschehen folgen. Die Diskussionen und das Prozedere waren insgesamt, trotz der Länge, deutlich zugänglicher als vorangegangene Treffen, die ich mit Frauke besucht habe. Die Sitzungen live vor Ort verfolgen zu können, verbreitet außerdem ein anderes Flair, als sich die Sitzungen online anzugucken bzw. Ausschnitte davon. Zwischenrufe und Reaktionen konnte ich so hautnah erleben und auch, wie und warum manche Emotionen in Reden so vorkommen, wie es sich doch teilweise „hochschaukelt“. Ich konnte zu allem den Kontext herstellen, etwas, das mit Ausschnitten und wenigen Minuten Besuchszeit in diesem Maße nicht möglich ist. Auch ist und war auffällig, dass ich Zeitungsartikel über das Erlebte anders gelesen habe, wie das häufiger der Fall ist, wenn man einen Bericht über etwas liest, bei dem man dabei ist. Auch waren die parlamentarischen Gepflogenheiten besser nachzuvollziehen. Man konnte das Einreichen von Wortmeldungen und das Melden zu Zwischenfragen beobachten, also den Prozess vom Aufrufen eines Tagesordnungspunktes, hin zu einer Rede, über Gegenreden und Zwischenrufe.

Der Rest der Woche erscheint nun als ein harter Schnitt und Kontrastprogramm. Das ist es vermutlich auch, allerdings gehört auch das zu der Arbeit dazu: Politik vor Ort und auf Landesebene.

Am Donnerstag stand Büroarbeit auf dem Programm, bei der ich das Onlinesystem besser kennenlernen konnte und z.B. diesen Bericht hochgeladen habe. Außerdem erstellte ich einen Pressespiegel, der Berichte zusammenfasst und helfen soll, das Geschehen im Wahlkreis nachzuvollziehen.

Morgen, am Freitag, steht wieder einmal Wahlkampf in Uslar auf dem Plan, der diesmal hoffentlich ein wenig trockener über die Bühne geht, als das letzte Mal.


BildPraktikum33 Foto: Wahlkreisbüro Frauke Heiligenstadt

Liebe Leserinnen und Leser,

wer hat an der Uhr gedreht? Mein Praktikum endet heute. In der letzten Woche (vom 21.09.-27.09.) war das Programm ähnlich wie in der ersten Woche. Am Montag begann die Woche mit einer Sitzung des SPD-Fraktionsvorstandes. Dort wird das Vorgehen der Fraktion im Allgemeinen und das Handeln einzelner Akteure besprochen. Damit ist z.B. gemeint, welche Themen an die Presse gegeben oder was mit Koalitionspartner abgesprochen werden soll. Am Dienstag traf sich dann der Arbeitskreis Haushalt und Finanzen, bei dem die Sitzung des Haushaltsausschusses am nächsten Tag vorbesprochen wurde, was sich insgesamt auch deutlich zugänglicher, weil nicht allzu fachlich, präsentierte als die Sitzung am folgenden Tag. Am Mittwoch fand dann nach einer kurzen Vorbesprechung mit den Vertretern des Koalitionspartners die Sitzung des Ausschusses statt. Insgesamt fiel es schon deutlich leichter einen Zugang zu finden, als in der ersten Woche. Viele Abkürzungen waren nun bekannt und auch das Vorgehen war einem nicht mehr allzu fremd. Dennoch verlor sich das Ganze ein wenig in Passagen (trotz ausführlichen Erklärungen von Frauke), in denen es zu sehr ins Detail ging. Um auch das nachvollziehen zu können, müsste ein Praktikum wohl noch länger dauern. Am Donnerstag stand das erste und einzige Mal Homeoffice an, da Termine, die für mich nicht zugänglich waren, stattfanden. Am Freitag steht am Nachmittag die Sitzung des Kreistages Northeim an, bei der ich, wie schon im Landtag, der Sitzung als Zuschauer folgen darf.

Insgesamt hat das Praktikum sehr viel Spaß gemacht und mir sehr viele Einblicke in den Alltag und die Arbeitsweisen eines Landtagsabgeordneten gegeben. Vielen Dank!