Kleinere Gruppen und mehr Verfügungszeit

Kita Nörten-Hardenberg 2009
 
 

Zukunft der Kindertagesstätten (Kitas) in unserer Region diskutiert

Die SPD-Veranstaltungsreihe „Eintrittskarte Zukunft“ machte jetzt Station in Angerstein. Zu einer Informationsveranstaltung hatte der SPD-Ortsverein Nörten-Hardenberg eingeladen. Referentinnen an diesem Abend waren die Landtagsabgeordnete und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Frauke Heiligenstadt sowie die Leiterin der Ev. Kindertagesstätte in Nörten-Hardenberg, Gisela Stierand. Thematisch wurde über die Situation und die zukünftige Entwicklung der Kindertagesstätten diskutiert.

 

Die frühkindliche Bildung für alle Kinder wurde dabei als zentrales Zukunftsthema definiert. Aber auch die Schwierigkeiten des Alltags wurden deutlich. „Heutzutage hat sich der betriebliche Ablauf aufgrund vieler neuer Anforderungen grundlegend verändert. Durch den niedersächsischen Orientierungsplan sind Bildungsziele neu definiert, die Arbeit mit Eltern wird immer wichtiger, die Kinder haben unterschiedliche soziale Hintergründe, das alles sind neue Herausforderungen für die Arbeit in der KiTa und fordern die Erzieherinnen besonders. Den Erfordernissen kann man aber nur schwer gerecht werden, wenn man bedenkt, dass eine Gruppe von 25 Kindern von nur zwei Fachkräften betreut wird“, so Stierand. Sie mahnte in diesem Zusammenhang auch eine bessere Qualifizierung und Weiterbildung von Erzieherinnen an und verlangte eine angemessene Bezahlung dieses Berufsstandes, der einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft leistet. Auch wies sie darauf hin, dass der vorgegebene Platzbedarf von 2 m²/Kind viel zu wenig ist, um gute Lern-, Rückzugs- Bewegungsbereiche zu gestalten.

Frauke Heiligenstadt unterstützte diese Forderungen und sprach sich solidarisch mit den kürzlich streikenden Erzieherinnen aus. „Investitionen in Kindertagesstätten sind immer auch eine Investition in die Zukunft“, so Heiligenstadt. „Leider ist die Qualität der niedersächsischen Kitas im Hinblick auf die Personalausstattung unter Europa- und Bundesniveau, was nicht an den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort liegt, sondern an den gegebenen Rahmenbedingungen. Die Finanzierung der Investitions- und Betriebskosten ist zu gering. Wir brauchen eine Qualitätsoffensive „Krippen“ mit einer Dritten Fachkraft in den Gruppen. Bei den über Dreijährigen brauchen wir  eine max. Gruppengröße von zwanzig Kindern. An dieser Stelle ist eindeutig die Koalition aus CDU und FDP in der Pflicht, die Qualität dieser wichtigen Einrichtungen zu verbessern. Niedersachsen hat den höchsten Ausbaubedarf bei unter Dreijährigen und braucht bis zum Jahre 2013 ca. 45000 neue Krippenplätze. Die Landesregierung hat hier kein tragfähiges Konzept vorgelegt.“

20 Millionen € an Fördermitteln des Bundes für den Krippenausbau sind bislang noch nicht ausgeschöpft, obwohl 850 Anträge der Landesregierung vorliegen. „Der Bedarf ist eindeutig vorhanden. Leider hat die Ministerin Heister-Neumann mal wieder die Wichtigkeit des Themas nicht erkannt und riskiert, dass Niedersachsen die Zuschüsse des Bundes nicht voll ausschöpft, da bislang erst ca. 250 Anträge bearbeitet wurden und das Geld aus 2008 nur bis Ende des Jahres 2009 zur Verfügung steht. Umso erfreulicher ist daher die Ankündigung, dass nun endlich in wenigen Tagen der Spatenstrich des Erweiterungsbaus der kommunalen Krippe in Angerstein erfolgen wird“, so Heiligenstadt abschließend.